Halbjahresstatistik 2007
Rechtsextrem motivierte Angriffe in Sachsen im 1. Halbjahr 2007
Im ersten Halbjahr 2007 haben die Opferberatungsstellen von Sachsen folgende Zahlen zusammengetragen:
139 - Angriffe gesamt
241 - direkte Betroffene
48 - indirekt Betroffene
111 - Anzeige erstattet
28 - keine Anzeige
2 - Unbekannt
Straftaten
148 - Körperverletzung
76 - Nötigung/Bedrohung/ versuchte Körperverletzung
14 - schwere Körperverletzung/ versuchte Tötung
29 - Sachbeschädigung
Motiv
28 - Rassismuss
1 - Antisemitismus
1 - Homophobie1soziale Benachteiligte
36 - politisch Aktive
59 - Nicht- Rechte
5 - sonstige
10 - Unklar
6 - nicht angegeben
Zahlreiche Übergriffe auf die genannten Betroffenengruppen werden nicht bekannt. Die hohe Dunkelziffer ergibt sich aus vielfältigen Faktoren:
Macht man die Erfahrung rechter Gewalt bekannt, ist man einmal mehr als Zugehöriger einer "Minderheit" in der "Mehrheitsgesellschaft" zu erkennen. Dies kann weitere Stigmatisierung zur Folge haben.
Die Angst vor Rache und weiteren Gewaltakten wird zahlreiche Betroffene davon abhalten, Übergriffe öffentlich zu machen.
Die Entscheidung, rechtsextreme Übergriffe nicht anzuzeigen, begründet sich u. a. im mangelnden Vertrauen einiger Betroffener in institutionelles Handeln, so fühlen sie sich, beim stellen der Anzeige zum Teil nicht ernstgenommen.
Ökonomische Barrieren und die nicht ausreichende Kenntnis des komplexen Rechtssystems werden Betroffene davon abhalten, rechtlich gegen erlebte Übegriffe vorzugehen. Auch sind zahlreichen Menschen die rechtlichen Möglichkeiten nicht bekannt.
Ein weiterer Grund ist die Resignation Betroffener: Die Auffassung "Dagegen kann man nichts tun" oder "Eine Anzeige wird erfolglos bleiben, da ich den Täter nicht identifizieren kann", sind verbreitet.