Eintrag 25. September 2017

22. September 2017: 49. Verhandlungstag

Ein kurzer Verhandlungstag: Das Gericht vernimmt nur einen Zeugen zum Anschlag auf den PKW des linken Stadtratsabgeordneten im Juli 2015. Der Zeuge hatte damals die Explosion beobachtet.

Uwe M. berichtet, dass er am Tatabend gegen 1:10 Uhr in der Küche gesessen und geraucht habe. Zunächst habe er einen »Knall« gehört, der ihn an das kräftige Zuschlagen einer Autotür erinnert habe. Er habe sich dabei aber noch nichts gedacht. Nach einem zweiten »heftigeren Knall« sei sein Sohn in die Küche gekommen und gemeinsam seien beide zum Fenster gegangen. Er habe aus der 5. Etage die auf der gegenüberliegenden Straße geparkten Autos gesehen, darunter der PKW des Linken-Stadtrats Richter. Auf dem Fahrersitz habe er etwas hell leuchten gesehen, nach sehr kurzer Zeit sei es dann aber schon zu einer Explosion gekommen. Es habe geblitzt und anschließend sei im Auto Rauch zu sehen gewesen. In dem Moment habe er auch eine dunkel gekleidete Person etwa 8 Meter vom Auto entfernt Richtung Weißeritz wegrennen sehen.

Aufgrund der Explosion habe er geschlussfolgert, dass das Leuchten die brennende Lunte gewesen sein müsse. Das zweite Knallen sei vermutlich beim Einschlagen eines Autofensters entstanden, gesehen habe er diese aber nicht. M. erklärt, dass er sofort einen Böller aus Tschechien vermutet habe. Sein Sohn habe nach der Explosion gefragt, ob er nicht bei Richter klingeln soll. Er habe daraufhin geantwortet: »Dann musste das mal machen.« Die Polizei habe M. nicht verständigt, weil dann klar gewesen sei, dass das der Geschädigte bereits selbst übernommen hat. Überrascht habe ihn der Anschlag nicht, erläutert der Zeuge. Seine Meinung sei: »Wer Wind säht, wird Sturm ernten« und er verweist auf ein Facebookposting und eine Äußerung Richters in der Lokalpresse.

Im Anschluss an die Befragung stellt das Gericht den Angeklagten Patrick F. und Justin S. noch die Frage, ob zum Monatswechsel Oktober-November 2015 noch etwas hinsichtlich des Stadtrats Richter geplant gewesen sei. Patrick F. antwortet: »Eventuell das Auto nochmal«. Aber ansonsten würde ihm auf die Schnelle nichts einfallen, zumindest nichts Konkretes. Auch Justin S. gibt an, dass ihm da »nichts mehr bekannt« sei. Zur Frage, ob Maria K. doch bei den Sprengversuchen dabei gewesen sei, antwortet Patrick F., dass er das nicht ausschließen könne. Er könne es aber auch nicht mehr erinnern. Damit endet der Verhandlungstag.

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