394 Einträge in der Chronik

: Torgau/Leipzig (Nordsachsen)

Urteil nach Mordversuch

In Fall des versuchten Mordes an einem Syrer am 7. Juli 2017 im nordsächsischen Torgau ist nun am Landgericht Leipzig ein Urteil gesprochen worden. Der Angeklagte Kenneth E. wurde wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung zu 13 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der betroffene Syrer wurde damals von zwei Kugeln aus geringer Entfernung im Oberkörper getroffen und überlebte nur knapp. Der vorsitzende Richter Jagenlauf kam auch zu dem Schluss, dass der Angeklagte rechtes Gedankengut vertrete, bereits bei der Hausdurchsuchung im Verlauf der Ermittlungen wurden Gegenstände mit Hitler-Motiven gefunden. Auch einige Zeugen traten in rechter Szenekleidung vor Gericht auf. Ob seine Gesinnung letztendlich aber ausschlaggebend für die Tat war, sei nicht abschließend zu klären gewesen und konnte deswegen nicht als strafverschärfend gewertet werden. 

Quelle: Presse

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: Eilenburg/Torgau (Nordsachsen)

Rechte Schläger in S-Bahn nach Tag der Sachsen in Torgau

Etwa zehn "kräftig gebaute, dunkel gekleidete junge Männer" hätten sich nach dem Tag der Sachsen in der S-Bahn zwischen Torgau und Leipzig durch die volle Bahn gedrängelt, Mitreisende zunächst als "Zecken" beschimpft und dann um sich geschlagen. Laut des Grünen-Politikers Wolfram Günther, der zufällig anwesend war, hätten einige Betroffene geblutet, Brillen seien zu Bruch gegangen. Unter anderem ein älterer Mann sei im Gesicht verletzt worden: "Es haben viele Fahrgäste etwas abbekommen. Kinder saßen zitternd da. Eine ältere Frau stand wie unter Schock." Die Bahn hielt in Eilenburg, wo weiter auf Reisende eingeschlagen worden sei. Zufällig anwesende PolizistInnen und weitere Einsatzkräfte konnten die Schläger auf dem Bahnsteig anschließend stellen. Es wurde auch gesagt, dass von einzelnen Tätern der Hitlergruß gezeigt worden sein soll, weswegen ein politischer Hintergrund zumindest anzunehmen ist und somit der Staatsschutz ermittelt. Auch weitere ZeugInnen beschreiben die Täter als vermutlich Angehörige der rechten Szene. 

Quelle: Presse, Polizei

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: Torgau (Nordsachsen)

"Sieg Heil"-Ruf auf "Tag der Sachsen"

Ein 33-jähriger Mann sitzt zum Volksfest "Tag der Sachsen" im Torgauer Stadtpark und beleidigt Besucher_innnen. Nach einer Ansprache durch die vor Ort eingesetzten Sicherheitskräfte ruft er gegen 17.15 Uhr laut "Sieg Heil". Durch die Polizei wird ein Atemalkoholwert von 2,56 Promille festgestellt.

Den Medieninformationen der Polizei ist außerdem eine weiterer, nicht näher benannter Fall des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen während des Festes zu entnehmen.

Quelle: Polizei, Chronik.LE

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: Torgau (Nordsachsen)

Hakenkreuze angebracht

Unbekannte bringen in Torgau an einem Betonpfeiler der ehemaligen Ölleitung zur Elbe zwei 1 x 1 Meter große Hakenkreuze an. Die Schmiererei wird gegen 14:40 Uhr festgestellt.

Quelle: Polizei, Chronik.LE

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: Laußig (Nordsachsen)

Erneuter Angriff auf pakistanische Familie mit fünf Kindern

Nachdem bereits im Juli ein 31-jähriger pakistanischer Menschenrechtsaktivist von mehreren Nazis in Bad Düben angegriffen worden war und er sich dabei beide Handgelenke brach, wurden er und seine Familie erneut Opfer eines rassistischen Angriffs. Wie die Polizei und die Familie berichten, haben zwei mit Baseballschlägern bewaffnete Männer versucht in der Nacht gewaltsam in die Wohnung einzudringen. Zu diesem Zeitpunkt seien die Mutter mit ihren fünf Kindern allein zuhause gewesen. Der 31-jährige verbrachte den Abend mit Freunden in einer Gartenlaube in der Nähe. Zu dieser gingen die Täter nach dem gescheiterten Versuch in die Wohnung zu gelangen, demolierten das Auto der Familie und rannten anschließend weg. Zwei 18 und 29-jährige Täter konnten im Anschluss von der Polizei gefasst werden, es laufen jetzt Ermittlungen wegen Bedrohung und Sachbeschädigung. 

Quelle: Presse

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: Delitzsch (Nordsachsen)

Queeres Projekt bepöbelt und bedrängt

Beim Mehrgenerationentag auf dem Marktplatz in Delitzsch werden Mitarbeiter_innen eines zivilgesellschaftlichen Vereines, welches sich mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt beschäftigt, von einem Neonazi bepöbelt und bedroht. Dieser trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Defend Europe", einem Slogan der sogenannten "Identitären Bewegung". Als Halskette trägt er eine schwarze Sonne.

Nachdem er sich vor dem Stand des Vereines aufbaut und provozierend fragt, ob er jetzt angezeigt würde, mischt sich ein Aussteller vom benachbarten Tisch ein. Anstatt, dass er die Standnachbarn gegen den Neonazi verteidigt, relativiert er das offene Auftreten und die Einschüchterung, denn "es dürfe ja wohl noch jeder seine Meinung sagen" und "man wolle nicht, dass das Land verelende ". Ergänzt wird das mit dem obligatorischen Hinweis, er selber wäre kein Faschist, sondern "lediglich rechtskonservativ".

Als die Aussteller_innen beschließen unter diesen Umständen ihren Stand aufzugeben und den Ort zu verlassen, kommt es zu einem Handgemenge, wobei sie homosexuellenfeindlich beleidigt werden.

Quelle: Chronik.Le

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: Torgau (Nordsachsen)

Syrische Frau und Tochter rassistisch beleidigt und geschlagen

Unmittelbar vor ihrer Haustür wurden Mutter und Tochter von einem später ermittelten Täter zunächst als "scheiß Ausländer" beleidigt, als der Täter näher gekommen war, hätte er ihnen direkt ins Gesicht geschlagen. Trotz Hilfeschreie der beiden Frauen half niemand: "Es hat keiner reagiert, dabei waren genug Leute auf der Straße". Der Mutter gelang es jedoch, ein Foto von dem Täter zu machen, der Sohn in der Wohnung hatte die Schreie gehört und die Polizei rufen können. Diese ermittelt nun unter anderem wegen Körperverletzung gegen den 39-jährigen Schläger. Die Frauen mussten zwei Tage lang stationär im Krankenhaus behandelt werden. Landrat Kai Emanuel (CDU) traf sich ausgerechnet zum Tag der Sachsen, bei dem es zu einigen weiteren rechten Vorfällen und Straftaten kam, mit der betroffenen Familie und redete dabei laut Torgauer Zeitung mehr über Integration von Ausländern, als über die Straftat im Konkreten und rechte Gewalttaten in Nordsachsen im Allgemeinen. Dabei war die Tochter seit dem Vorfall aus Angst vor weiteren Übergriffen nicht mehr in der Schule, die Familie will sogar umziehen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlt und der Täter einige Tage nach der Gewalttat noch einmal bei ihnen geklingelt hätte. 

Quelle: Presse

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: Taucha (Nordsachsen)

Denkmal für die Opfer des Faschismus beschmiert

"Wohl über Nacht beschmierten unbekannte Täter das Denkmal für die Opfer des Faschismus mit einem in roter Farbe gehaltenen Schriftzug. Nachdem hierzu die zur Denkmalspflege zuständige Behörde der Stadt Taucha unterrichtet wurde, erfolgten bereits Schritte zu Bereinigung."

Quelle: Polizei

 

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: Taucha (Nordsachsen)

In Taucha ist die Außenmauer der ehemaligen Mitteldeutschen Motorenwerke mit diversen rechten und neonazistischen Graffiti und Schmierereien versehen. Darunter finden sich u.a. ein mehrere Meter großes "Nazi-Kiez" mit schwarz-weiß-roter Fahne, der Slogan "NS jetzt!" sowie "Hooligans Lokomotive". Die Bandbreite wird durch das Logo der "Identitären Bewegung" und den Slogan "Reconquista" erweitert. Seit einiger Zeit gibt es eine "NS-Jugendgruppe" in Taucha, die auch schon am Rande eines Fußballspiels des Roten Stern Leipzig provozierte. Ob diese auch hinter den Schmierereien steckt, ist unklar.

Zur historischen Bedeutung der Fabrik führt die Gedenkstätte für Zwangsarbeit folgendes aus: "Die Mitteldeutsche Motorenwerke GmbH (MMW) wurde 1935 als Tochtergesellschaft der Auto-Union AG Chemnitz gegründet. Die Fabrikanlagen befanden sich zwischen Leipzig-Portitz und Taucha in einem Waldgebiet. Der Betrieb stellte Flugzeugmotoren her und beschäftigte bis zu 4.000 ausländische zivile Zwangsarbeiter_innen, die in Taucha untergebracht waren."

Quelle: chronik.LE

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: Bad Düben (Nordsachsen)

Angriff nach Festival - Pakistaner erleidet schwere Verletzungen

Der 31-jährige Geschädigte und seine zwei Begleiter wurden beim Verlassen das Festivals auf der Burg in Bad Düben von etwa 15 Personen verfolgt. Vier bis fünf Personen aus dieser Gruppe griffen anschließend an, verletzten den 31-Jährigen schwer im Gesicht und an den Armen. Sie ließen erst ab, als weitere Bekannte des Beschuldigten hinzueilten und somit vermutlich noch schimmere Konsequenzen verhinderten. Der Geschädigte begab dich anschließend in medizinische Behandlung und meldete den Angriff der Polizei. Das LKA-Sachsen übernimmt nun in Abstimmung mit dem Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) die Ermittlungen, ein politisches Motiv werde geprüft. 

Quelle: Polizei, Presse

 

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