Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3772 Einträge in der gesamten Chronik

: Radeberg (LK Bautzen)

Nazi - Symbole an Containerplatz

Radeberg. Wie die Polizei gestern mitteilte, haben in der Nacht zum Sonntag Unbekannte an der Dr.-Albert-Dietze-Straße im Herzen der Stadt Radeberg Nazisymbole an die Außenwand eines Container-Stellplatzes geschmiert. Mit roter Farbe, so die Polizei, sei ein Hakenkreuz und mit schwarzer Farbe ein Schriftzug angebracht worden. Die Beseitigung der Schmiererei wurde durch die Beamten umgehend veranlasst, heißt es. Die polizeilichen Ermittlungen zu möglichen Tatverdächtigen dauern an, teilt die Polizei mit. Sollten Anwohner Verdächtige bemerkt haben, ist die Polizei für solche Hinweise dankbar, heißt es aus dem Polizeirevier. Zu erreichen ist die Radeberger Polizei unter 03528 / 43840. Ob die Schmierereien im Zusammenhang mit einer Demonstration rechter Jugendlicher am 1. Mai-Feiertag steht, ist offen.

SZ

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: Großenhainer Platz (Stadt Dresden)

Straßenbahnhaltestelle

In der Nacht zum Montag schlugen drei Unbekannte einen 26-Jährigen nieder. Der türkische Staatsangehörige erlitt Prellungen und eine Fraktur im Gesicht und musste in einem Dresdner Krankenhaus behandelt werden. Dem tätlichen Angriff war ein Streit vorausgegangen. Einer der Unbekannten hatte den 26-Jährigen wegen seines Aussehens beschimpft. Als dieser nach dem Grund für die ausländerfeindlichen Beschimpfungen fragte, griffen ihn die Männer plötzlich gemeinsam an. Während zwei das Opfer festhielten, schlug ihm der dritte mehrfach ins Gesicht. Der Schläger und seine Komplizen entfernten sich schließlich über die Petrikirchstraße in Richtung Hansastraße/Fritz-Reuter-Straße.

Das Opfer war mit einem der Unbekannten zuvor in einer Straßenbahn der Linie 3 vom Trachenberger Platz zum Großenhainer Platz gefahren. Beide stiegen am Großenhainer Platz aus, wo die zwei anderen Männer offensichtlich schon auf ihren Bekannten gewartet hatten.

Nach Angaben des Opfers waren die Männer 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß und von athletischer Statur. Alle drei hatten kurzgeschorene Haare und beidseitig Ohrringe. Ein Mann trug ein Basecap, ein anderer einen Rucksack. Der dritte hatte einen Hund mit langem schwarzen Fell bei sich. Der Unbekannte mit dem Basecap war in der Straßenbahn mitgefahren. Das Dezernat Staatsschutz der Dresdner Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

Die Ermittler fragen: Wer kennt die drei Unbekannten? Wer hat sie in der Nacht vom Sonntag zum Montag einzeln, zu zweit oder zu dritt gesehen? Zeugen wenden sich bitte über (0351) 483 22 33 an die Dresdner Polizei.

Polizeidirektion Dresden

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: Radeberg (LK Bautzen)

In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte an der Dr.-Albert-Dietze-Straße in Radeberg Nazisymbole (Hakenkreuz und Schriftzug) an die Außenwand eines Container-Stellplatzes geschmiert.

SZ

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: Oschatz (Nordsachsen)

Auf dem Neumarkt in Oschatz kam es am 1. Mai gegen 14:30 Uhr zu einer spontanen Kundgebung von ca. 100-150 Personen des rechten Spektrums. Die TeilnehmerInnen führten Fahnen und Spruchbänder mit sich. Gegen 15:15 Uhr wurde die Demonstration unmittelbar vor dem Polizeirevier Oschatz durch die Kräfte der Bereitschaftspolizei gestoppt. Ein unbekannter Mann setzte sich auf die Motorhaube eines Funkstreifenwagen. Daraufhin stieg eine Beamtin aus dem Fahrzeug und erhielt von dieser Person einen Schlag ins Gesicht, wodurch sie leicht verletzt wurde.

Polizei Westsachsen

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: Bautzen (LK Bautzen)

Beleidigung beschäftigt Regiobus

Ein Ermittlungsverfahren läuft zurzeit gegen einen Fahrer des Unternehmens Regiobus. Der Mann soll laut Zeugen einen Libanesen beleidigt und beschimpft haben, hieß es Anfang April im Polizeibericht.Jetzt nahm das Busunternehmen zu den Vorwürfen Stellung und bezieht sich dabei auch auf den Leserbrief eines Beobachters in der SZ vom 14. April (S. 18): "Die geschilderte Verhaltensweise unseres Fahrers gegenüber einem ausländischen Fahrgast, so diese sich entsprechend der Schilderung zugetragen hat, wird durch die Geschäftsleitung und die Belegschaft der Regionalbus Oberlausitz GmbH nicht toleriert", heißt es. Allerdings räumt das Unternehmen ein, dass die Sicht des Mitarbeiters auf die Geschehnisse im Bus von den Aussagen des Zeugen abweiche.

Zu Höflichkeit angehalten

"Da zurzeit ein Ermittlungsverfahren gegen den Fahrer läuft, werden wir bei der Beurteilung des Sachverhaltes und daraus resultierender disziplinarischer Maßnahmen das Ermittlungsergebnis berücksichtigen", teilt die Gesellschaft mit und sichert zu: Grundsätzlich sei das Personal angehalten, allen Fahrgästen gegenüber mit einem höflichen und korrekten Umgangston entgegenzutreten. Wenn dies nicht der Fall ist, werden auch heute schon entsprechende disziplinarische Maßnahmen eingeleitet."

SZ

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