Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3762 Einträge in der gesamten Chronik

: Hoyerswerda (LK Bautzen)

Relativierung der Shoah auf "Ehrenhain für die Opfer des Faschismus"

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, stellten Unbekannte neun Holzkreuze mit den Namen sowie Geburts- und Sterbedaten von Personen, die vermeintlich bei Auseinandersetzungen mit Migrant*innen ums Leben kamen, auf den "Ehrenhain für die Opfer des Faschismus" in Hoyerswerda. Ein weiteres Kreuz, das ebenfalls auf dem Ehrenhain hinterlassen wurde, trug die Aufschrift: "Der nächste Einzelfall". Die Holzkreuze und der genannte Schriftzug unterstellen nicht nur einen verallgemeinernden Zusammenhang zwischen Migrant*innen und Kriminalität, sondern relativieren in diesem Fall durch das Datum und den Ort ihrer Aufstellung auch das systematische Morden der Nationalsozialist*innen, indem dieses augenscheinlich auf eine Stufe mit den angedeuteten Verbrechen gestellt wird.

Ähnliche Holzkreuze wurden bereits am 12. und 13. Januar in Bautzen, am 19. Januar in Löbau sowie am 26. Januar in Görlitz aufgestellt.

Quelle: Polizei, Presse 

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: Leipzig (Stadt Leipzig)

Taxifahrer rassistisch beleidigt

Mehrere, sich zum Teil unbekannte Personen, fuhren am späten Abend in einem Sammeltaxi durch Leipzig. Einer der Mitfahrenden war einer offensichtlich Minderjährigen gegenüber jedoch so aufdringlich, dass der Fahrer des Taxis einschritt. Der Fahrer mit arabischem Namen wurde daraufhin rassistisch beleidigt und gegenüber des Mädchens wurde geäußert, sie solle sich von dem "Musel" nicht vergewaltigen lassen. 

Quelle: Augenzeug_innen, Betroffene_r

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: Chemnitz/ Furth (Stadt Chemnitz)

In einem Geschäft im Chemnitzer Ortsteil Furth rief eine 40-jährige Frau faschistische Parolen. Die alarmierte Polizei sprach der Frau einen Platzverweis aus und nahm Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auf.


Quelle: PD Chemnitz

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: Chemnitz/ Sonnenberg (Stadt Chemnitz)

An die Fassade eines Hauses auf der Sebastian-Bach-Straße, ist ein weißes 10cm großes Hakenkreuz gesprüht wurden. Die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurden aufgenommen.

Quelle: PD Chemnitz

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: Dresden Pieschen (Stadt Dresden)

Plakate von Mordopfern des NSU zerschnitten

Am frühen Sonntagmorgen begaben sich zwei Männer an die Fassade des Wohn- und Kulturprojektes RM16 und zerschnitten mit einem Messer mehrere Plakate, die an die Mordopfer des NSU erinnern. Nachdem die Männer aus einem Fenster des Hauses aufgefordert wurden, ihr Handeln zu unterlassen, zündeten sie ein weiteres Plakat, das sich von der Hauswand gelöst hatte, mit einem Feuerzeug an und entfernten sich vom Haus.

Quelle: Meldeformular

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