Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3762 Einträge in der gesamten Chronik

: Dresden Nickern (Stadt Dresden)

Rechte Störversuche und Holocaustleugnung bei Mahnwache

In Nickern versammelten sich am 13. Februar 30 bis 40 Personen zu einer Mahnwache der Grünen Jugend, um mit dieser einen Gedenkstein zu blockieren, der an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg erinnert. In der Vergangenheit war der Gedenkstein schon des öfteren Zielpunkt rechter Gedenkmärsche und -aktionen.

Im Verlauf des Tages kam es dabei zu mehreren Stör- und Einschüchterungsversuchen. Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden aus vorbeifahrenden Autos bepöbelt. Später am Tag erschienen dann auch mehrere Personengruppen an der Mahnwache. Bei einem dabei geführten Gespräch leugenete eine Person den Holocaust und wiederholte ihre Aussage sogar, nachdem eine Aufzeichnung der weiteren Diskussion angekündigt wurde. Zwei weitere Personen beließen es nicht bei einer verbalen Auseinandersetzung und versuchten ein aufgehängtes Transparent zu entwenden. Durch das gemeinschaftliche Vorgehen der Kundgebungsteilnehmer*innen konnte dies jedoch verhindert werden.

Als gegen Nachmittag bekannt wurde, dass über Social-Media-Plattformen zu weiteren Störungen aufgerufen wurde, konnten über eine anwesende Streife weitere Polizist*innen zum Schutz der Mahnwache angefordert werden. Bis zum Ende der Kundgebung unterbanden die Beamt*innen alle folgenden Störversuche.

Quelle: Zeug*innenbericht

Weiterlesen …

: Zittau (LK Görlitz)

Männer skandieren verfassungswidrige Parolen und beleidigen Passantin

Zwei Männer im Alter von 61 bzw. 38 Jahren zogen am Dienstagnachmittag über den Markt in Zittau und skandierten dabei verfassungswidrige Parolen. Außerdem beleidigten sie eine Passantin, die ihren Weg querte. Wenig später konnte eine eingesetzte Streife die Personalien des Duos erheben. Der Staatsschutz übernimmt die weiteren Ermittlungen.

Quelle: Polizei

Weiterlesen …

: Dresden Pieschen (Stadt Dresden)

Hitlergruß gegen den "Mahngang Täterspuren"

Während des "Mahngangs Täterspuren" öffnete ein Mann auf der Großenhainer Straße sein Fenster und zeigte den Hitlergruß in Richtung der Teilnehmer*innen der Versammlung. Der Mahngang wird seit einigen Jahren anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg veranstaltet und setzt sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt auseinander. In diesem Jahr lag sein Fokus auf den Themen Zwangsarbeit und Rüstungsindustrie. 

Quelle: Zeug*innenberichte

Weiterlesen …

: Zittau (LK Görlitz)

Mann mit Flasche geschlagen und anschließend im Krankenhaus bedroht

Nach einem Termin bei der AOK auf der Hochwaldstraße in Zittau trat ein 27-jähriger Mann iranischer Herkunft gemeinsam mit zwei Begeleitern auf die Straße. Einige Meter neben sich erblickte er dabei zwei Männer, die die Gruppe fokussierten und ihr etwas entgegen schrien. In Sorge vor einer Eskalation der Situation bewegte sich die Gruppe in entgegengesetzte Richtung. Die zwei Männer folgten der Gruppe und schlugen dem 27-Jährigen von hinten mit einer Flasche auf den Kopf. Zeitgleich riefen sie "Deutschland den Deutschen".

Während einer der Täter von einer Streife der Polizei ausfindig gemacht wurde, konnte der zweite Mann einige Zeit später im Zittauer Krankenhaus identifiziert werden. In dieses hatte sich der 27-jähirge Betroffene begeben, um seine Kopfplatzwunde behandeln zu lassen; rein zufällig begegneten ihm hier erneut die beiden Männer. Als sie auf den Betroffenen Aufmerksam wurden, lachten sie ihn zunächst aus und warteten im Anschluss vor dem Krankenhaus auf ihn. Mit den Worten "Komm heraus!" bedrohten sie den 27-Jährigen, als er sich dem Ausgang näherte. Ein mit anwesender Polizist konnte die beiden Schläger schließlich davon überzeugen, den Ort zu verlassen. 

Quelle: Polizei, Presse

Weiterlesen …

: Dresden Äußere Neustadt (Stadt Dresden)

Angriff an Straßenbahnhaltestelle

Am frühen Montagnachmittag befand sich ein 25-jähriger Mann indischer Herkunft an der Straßenbahnhaltestelle Bautzner-/Rothenburgerstraße, als er unvermittelt von einem etwa 30-jährigen Unbekannten, der gerade aus einem Hauseingang kam, angeschrien und sodann ins Gesicht geschlagen wurde. Der Täter konnte sich in der Folge ungehindert vom Tatort entfernen.

Quelle: Polizei, Meldeformular

Weiterlesen …