Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3824 Einträge in der gesamten Chronik

: Wurzen (LK Leipzig)

Erneuter Angriff auf NDK-Wurzen

Am Sonntagnachmittag haben mehrere Neonazis das Haus des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V. am Domplatz 5 in Wurzen angegriffen. Dabei wurden mehrere Kameras zerstört und Bierflaschen gegen die Fassade des historischen Gebäudes geworfen. Das NDK hat am Montag Anzeige erstattet, der Staatsschutz der Polizei ermittelt.

Die einheitlich schwarz gekleideten und zum Teil vermummten Angreifer hatten zuvor das Heimspiels das ATSV Wurzen gegen den Roten Stern Leipzig besucht. Die Begegnung galt als Risikospiel und war extra auf Sonntag verlegt worden, damit die Polizei das Geschehen mit genügend Kräften absichern konnte.

„Es ist für uns unverständlich, wie es den Neonazis gelingen konnte, trotz Anwesenheit eines sehr hohen Aufgebots der Polizei in der Stadt unser Vereinsgebäude unbehelligt anzugreifen“, sagt NDK-Geschäftsführerin Martina Glass. „Der Polizeieinsatz muss dringend aufgearbeitet werden. Zudem erwarten wir, dass die Behörden jetzt zügig die Täter ermitteln und vor Gericht bringen.“ Der Verein hat der Polizei dazu am Montag Videoaufnahmen von dem Angriff übergeben.

In jüngster Vergangenheit war es in Wurzen bereits mehrfach zu Übergriffen durch Neonazis gekommen. Diese richteten sich zunächst vor allem gegen Geflüchtete und MigrantInnen. In der Silvesternacht 2018/19 waren zudem drei Personen in der Karl-Liebknecht-Straße von etwa 20 vermummten Jugendlichen angegriffen und bis in ihre Wohnung verfolgt worden. Ende April hatten mehrere Dutzend schwarz gekleidete Jugendliche das Fußballspiel der B-Junioren der BSG Chemie Leipzig beim ATSV Wurzen besucht und hinterher in der Stadt antisemitische Parolen wie „Juden Chemie“ gerufen.

Quelle: Presse, NDK

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: Wurzen (LK Leipzig)

Bedrohungen und Beleidigungen gegen Roter Stern Leipzig

Es ist schon fast absehbar, dass Nazis anwesend sein werden, wenn Roter Stern Leipzig an bestimmten Orten außerhalb Leipzigs spielt. In einigen gegnerischen Mannschaften spielen auch Personen, die am Überfall auf Connewitz 2016 beteiligt waren. 

Auch in Wurzen kommt es immer wieder zu Problemen durch Nazis auf Seiten der Wurzen-"Fans", so auch beim Auswärtsspiel am Sonntag. Laut AugenzeugInnen kam es immer wieder zu verbalen Bedrohungen gegen Spieler und Trainer, etwa 40-50 Anwesende sangen "Ohne Bullen wärt ihr alle tot". Einzelne Spieler und der Trainer der Leipziger wurden besonders stark beleidigt. Die "Fans" der Wurzener waren teils bekannte ältere Nazis aus Leipzig und dem Umland, vor allem aber etwa 40 junge Nazis aus dem Fanlager von Lokomotive Leipzig. Teilweise trainieren diese im Imperium Gym von Benjamin Brinsa oder sind schon in Taucha durch rechte Aktivitäten in Erscheinung getreten.  

Quelle: AugenzeugInnen

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: Chemnitz Zentrum (Stadt Chemnitz)

Jusos der SPD Chemnitz von Rechten angegriffen

In der Nacht von Samstag (11.5.) auf Sonntag (12.5.) wurden vier Jusos am Rande des Nachtwahlkampfs von alkoholisierten Männern angegriffen. Die Männer fühlten sich durch das Storch-Heinar-Plakat provoziert. Zuerst wurden die Jusos auf das Heftigste beleidigt und dann tätlich angegriffen. Zum Glück wurde niemand verletzt. Außerdem wurde eine Schranke verbogen. Das Geschehen spielte sich vor dem Haus der SPD Chemnitz ab. Die Polizei wurde sofort verständigt und nahm die Ermittlungen auf.

Quelle: Meldung der SPD Chemnitz

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: Leipzig - Schönefeld (Stadt Leipzig)

Körperverletzung in Schönefeld

Laut eines Betroffenen gab es am am 07. Mai eine Auseinandersetzung mit Nazis in einer sonst eher von linken Personen besuchten Kneipe in Schönefeld. Dabei wurde einer Person durch einen der Nazis die Nase gebrochen. 

Quelle: AugenzeugInnen

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: Freiberg (Mittelsachsen)

T-shirt mit rechten Symbolen getragen

In Freiberg wurde ein Mann festgestellt, der ein T-shirt mit Hakenkreuz und SS-Rune trug. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.

Quelle: PD Chemnitz

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