Anfeindungen nach rassistischem Übergriff

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Die Opferberatung der RAA Sachsen e.V. solidarisiert sich mit Jawad M.

Am 08.07. wurde der Pakistani Jawad M. nach dem Besuch der MDR-Sputnik Heimattour in Bad Düben rassistisch beleidigt und später durch mehrere Täter angegriffen und schwer verletzt. Der Betroffene musste operiert und mehrere Tage stationär versorgt werden, eine weitere Operation steht noch aus.

Weitere Informationen zu dem Vorfall:

https://www.facebook.com/Solidarität-mit-Jawad-Gegen-Rassismus-2250255215014539/

Als die Polizei den Vorfall veröffentlicht und die Tagespresse darüber berichtet, werden die Meldungen schnell von Kommentaren begleitet, die dem Betroffenen eine Mitschuld an dem gewalttätigen Übergriff gegen ihn und seine Freunde geben. Die Anschuldigungen aus dem Kommentarspalten beispielsweise der Onlineausgabe der Leipziger Volkszeitung finden leider auch Eingang in die mediale Berichterstattung.

Lena Nowak, Beraterin bei der Opferberatung des RAA Sachsen e.V. zu der Entwicklung „Wie Menschen, die von rassistischer Gewalt betroffen sind, solch ein traumatisches Erlebnis verarbeiten, hängt unmittelbar mit der gesellschaftlichen Reaktion zusammen. Wir stellen zunehmend eine Bagatellisierung solcher Vorfälle oder gar eine Täter-Opfer-Umkehr gerade in sozialen Netzwerken oder im Kommentarbereich journalistischer Medien fest. Sie haben die Absicht rassistische Vorfälle zu negieren und die Betroffenen unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Für die Betroffenen stellt dies eine enorme psychische Belastung dar. Solchen unqualifizierten Darstellungen sollte kein Raum gegeben werden. Wir solidarisieren uns mit Jawad M. und den anderen Betroffenen des Vorfalls.

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