281 Einträge in der Chronik

: Leipzig-Paunsdorf (Stadt Leipzig)

Fremdenfeindliche Körperverletzung mit 2 leicht Verletzten  in der Öffentlichkeit/Straße.

Parlamentsanfrage Kerstin Köditz

 

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: Berlin-Leipzig (Stadt Leipzig)

Identitäre unter Beobachtung

Die rechte „Identitäre Bewegung“, die seit einigen Monaten auch in Leipzig aktiv scheint, ist ins Visier von Verfassungsschützern des Bundes gerückt. Nach mehreren Landesämtern hat auch das Bundesamt für Verfassungsschutz die Gruppe unter Beobachtung gestellt. „Wir sehen bei der 'Identitären Bewegung' Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“, sagte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen in Berlin.

Insbesondere in der Anti-Asyl-Agitation im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise habe sich eine weitere Radikalisierung gezeigt. „So werden Zuwanderer islamischen Glaubens oder aus dem Nahen Osten in extremistischer Weise diffamiert. Deshalb beobachten wir die Bewegung nun auch.“

In Leipzig waren Fahnen der „Identitären“ zuletzt auch bei Legida-Aufmärschen aufgetaucht – beispielsweise am 4. Juli. Wenige Tage später verteilten Anhänger massenweise Papierschnipsel mit Werbung für rechtsextreme Internetinhalte im Einkaufscenter Höfe am Brühl. Nach Aussagen von Augenzeugen kippten die Unbekannten mehrere Säcke mit den Schnipseln von der oberen Etage über Einkaufenden aus.

Die „Identitäre Bewegung“ ist eine Gruppierung mit französischen Wurzeln, die seit 2012 auch in Deutschland aktiv ist. Sie wendet sich gegen „Multikulti-Wahn“, „unkontrollierte Massenzuwanderung“ und den „Verlust der eigenen Identität durch Überfremdung“. Verfassungsschützer in neun Bundesländern - Bremen, Bayern, Hessen, Berlin, Baden-Württemberg, NRW, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen - beobachten die „Identitären“ bereits.

Maaßen sagte, seine Behörde habe sich bei der Entscheidung eng mit den Landesämtern abgestimmt. „Gruppen wie die 'Identitäre Bewegung' versuchen, ihre Zielgruppe da abzuholen, wo sie steht“, sagte der Verfassungsschutzchef. „Generell versuchen Extremisten, sie mit jugendgerechter Sprache anzusprechen, oftmals mit poppiger Musik.“ Das täten Islamisten ebenso wie Rechtsextremisten. „Das ist keine betuliche Werbung für die eigene Sache. Die Propaganda soll die Leute emotional ansprechen. Junge Leute sind da in besonderer Weise anfällig. Das ist gefährlich.“

Zuletzt hatte es aus mehreren Bundesländern Berichte über Kontakte der „Identitären Bewegung“ zu Politikern der AfD gegeben. Maaßen sagte, dazu habe er keine Erkenntnisse. Für den Verfassungsschutz seien mögliche Kontakte dieser Art erst ab einem bestimmten Zeitpunkt relevant. „Es kommt darauf an, ob die jeweilige Partei - in diesem Fall die AfD - durch bestimmte Personen, die extremistisch sind, ihre Zielrichtung ändert und so extremistisch wird. Ausschlaggebend ist also, ob solche Personen steuernden Einfluss auf die Partei haben.“ Dies sei nicht erkennbar.

Von LVZ

LVZ

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: Leipzig-Paunsdorf (Stadt Leipzig)

NS-Verherrlichung

Unbekannte haben an einer Firma in Leipzig-Paunsdorf rechtsradikale Symbole hinterlassen. Laut Polizei sprühten sie in der Riesaer Straße auf einer Fläche von 3 x 2,50 Metern einen Totenkopf mit Stahlhelm und SS-Runen. Angebracht wurden die Symbole in der Zeit zwischen dem 3. und 10. August. Es wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Die Beseitigung der Symbole wurde umgehend veranlasst, hieß es.

lu

LVZ

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: Leipzig (Stadt Leipzig)

 

Neonazistisches Sport-Event in Leipzig und Gegenprotest

Ein für Ende August im Kohlrabizirkus geplanter Freefight-Abend sorgt im Leipziger Süden für großen Unmut. Gegen die Veranstaltung „Imperium Fighting Championship“ am 27. August wurde eine Demonstration beim Ordnungsamt angezeigt. Die Organisatoren des Protestmarsches befürchten eine Verstrickung der Event-Verantwortlichen und von einigen der Teilnehmer ins rechtsradikale Milieu.

Die Vorwürfe sind nicht neu, ähnliche Proteste wie jetzt gab es auch schon bei früheren „Imperium“-Freefightkämpfen in der Messestadt. Im April 2015 sollte ein solcher Event beispielsweise in der Ernst-Grube-Halle auf dem Sportcampus an der Jahnallee stattfinden, wurde nach Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen die Veranstalter dann aber von der Leitung der Universität Leipzig untersagt. „Das Rektorat wird künftig verstärkt ein Auge darauf haben, dass für vergleichbare Veranstaltungen kein Raum zur Verfügung gestellt wird – denn sie entsprechen nicht dem Leitbild einer weltoffenen und toleranten Hochschule und schaden dem Ansehen unserer Universität“, erklärte Uni-Rektorin Schücking anschließend. Später fand der Freefight-Abend dann allerdings doch statt – im Volkspalast auf der Alten Messe.

Wie es in einer Pressemitteilung der Initiative „Rechte Netzwerke zerschlagen!“ heißt, die am 27. August gegen den neuerlichen Freefight-Abend demonstrieren will, soll ein in Leipzig einschlägig bekannter Neonazi und Hooligan hinter dem Leipziger „Imperium Fight Team“ stehen. Die Gruppe stellt einen Großteil der Kämpfer der Veranstaltung im Kohlrabizirkus und ist wohl auch nicht zufällig im Event-Namen vertreten – obgleich der Wettkampf angeblich von einer Agentur aus dem bulgarischen Burgas verantwortet wird. Neben dem Trainer und Chef des Fight Teams sollen auch mehrere der Kämpfer zum rechten Netzwerk gehören, behauptet die Initiative. „Wir rechnen am 27. August mit vielen Neonazis, die unter anderem am 11.Januar am Angriff in Connewitz beteiligt waren”, so Sprecherin Laura Ende weiter.

Als besonders prekär wird der Veranstaltungsort unter anderem auch deshalb wahrgenommen, weil am 10. Januar, einen Tag bevor mehrere Hundert Rechtsradikale die Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße verwüsteten, ein vor allem auch von linksalternativen Sportlern genutztes Boxstudio im Kohlrabizirkus in Flammen aufging. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass Neonazis ein Großevent nur wenige hundert Meter vom Ort der Angriffe im Januar entfernt durchführen“, so Initiativen-Sprecherin Laura Ende.

Nach Angaben von Helga Kästner, stellvertretender Amtsleiterin im zuständigen Ordnungsamt, soll die Demonstration am 27. August vom Connewitzer Kreuz aus über Karl-Liebknecht- und Kurt-Eisner-Straße zur Straße An den Tierkliniken führen, wo sich auch der Kohlrabizirkus befindet. Bei der für die Vermietung des Gebäudes zuständigen Agentur Funkhausshop Leipzig waren die Vorwürfe nach eigenen Angaben gegen den „Imperium Fighting Championship“ bisher zumindest nicht bekannt. Die Informationen sollen nun geprüft werden.

Von mpu

LVZ

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: Leipzig (Stadt Leipzig)

Erinnerungstafeln zerstört

 
Nicht nur für viele Leipziger waren die 21 Tafeln in der Straße des 18. Oktober eines der interessantesten Projekte des Fotografiefestivals f-stop, das vom 25. Juni bis 3. Juli in Leipzig stattfand. In Wort und Bild wurde hier an die Fotografin Gerda Taro erinnert, eine Jüdin und überzeugte Sozialistin, die in Leipzig lebte und 1933 vor den Nazis nach Paris floh. In der Nacht zu Donnerstag wurden die Tafeln zerstört, mit schwarzer Teerfarbe überpinselt. Die Täter haben sich keine Mühe gegeben, die Spuren zu verwischen. Im Gras sind noch Farbkleckse zu sehen. Es musste offenbar schnell gehen.

Eine Schande

„Eine Schande ist das“, sagt Brunhilde Büttner. „Ich fand es großartig, wie man hier etwas über eine außergewöhnliche Leipzigerin erfahren konnte.“ Vor einigen Wochen sei sie ganz nah ran auf die Wiese gegangen und habe sich alles genau angesehen, erzählt die 89-Jährige, die sich an Krücken fortbewegt. Eine Heldin sei Gerda Taro gewesen, die am 26. Juli 1937 im Spanischen Bürgerkrieg ums Leben kam. Sie war einen Tag zuvor während eines Angriffs der deutschen Legion Condor von einem Panzer überrollt worden. Bis zuletzt hatte sie das Grauen des Krieges dokumentiert; ihre Fotos erschienen in verschiedenen Zeitungen. „Sind meine Kameras gut aufgehoben?“, sollen ihre letzten Worte gewesen sein.

Taro wurde 1910 in Stuttgart als Gerta Pohorylle geboren, zog 1929 mit der Familie nach Leipzig. Die junge Frau wehrt sich gegen den um sich greifenden Antisemitismus. Auf dem Weg zu einer Tanzveranstaltung verteilt sie Flugblätter gegen die Nazis, im März 1933 wird sie verhaftet, kommt aber nach kurzer Zeit wieder frei und setzt sich mit einer Freundin nach Frankreich ab. In Paris lernt sie im September 1934 den ungarischen Fotografen André Friedmann kennen und lieben, wird seine Schülerin. Beide erfinden sich im Exil neu. Er nennt sich nun Robert Capa, sie Gerda Taro.

Capa wurde einer der bedeutendsten Kriegsfotografen – und auch ihn führte der Weg nach Leipzig. Berühmtheit erlangte neben vielen anderen sein Foto „Der letzte Tote des Krieges“, das den gefallenen US-Soldaten Raymond J. Bowman in Leipzig in der Jahnallee 61 zeigt.

Gerda Taros Beerdigung am 1. August 1937 auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris wurde zu einer Demonstration gegen den Faschismus. Tausende folgten ihrem Sarg, angeführt von Pablo Neruda. Wenig später geriet sie jedoch weitgehend in Vergessenheit. 1970 wurde in Leipzig eine Straße nach ihr benannt. Sie liegt nur gut 100 Meter entfernt von dem Ort, wo jetzt die Tafeln beschmiert wurden.

Polizei ermittelt

Auch Peter Hinke, Leiter der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, ist entsetzt über die Zerstörung. Er kommt dort jeden Morgen auf dem Weg zum Kindergarten vorbei. „Das war eine richtig gute Sache in einer Stadt, in der viele vielleicht nicht so viel mit der Person Gerda Taro anfangen konnten.“ Einer Intuition folgend habe er mehrere Aufnahmen von den Tafeln gemacht – bevor die Vandalen sie zerstörten. Wie es nun an der Straße des 18. Oktober weitergeht, ob die Tafeln womöglich erneuert werden, ist unklar. Die Macher des Fotofestivals f-stop waren am Donnerstag nicht zu erreichen. Die Polizei gehe des Sache nach, sagte eine Sprecherin.

Von Jürgen Kleindienst

LVZ

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: Leipzig - Connewitz (Stadt Leipzig)

Bedrohung im Internet an Person öffentlichen Lebens.

Parlamentsanfrage Kerstin Köditz

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: Gohlis (Stadt Leipzig)

 

Angriff auf geplante Asylunterkunft

Im Leipziger Stadtteil Gohlis-Mitte haben Unbekannte am Wochenende eine geplante Asylbewerberunterkunft mit Steinen attackiert. Fünf Scheiben eines ehemaligen Autohauses in der Lindenthaler Straße, das derzeit umgebaut wird, seien am Samstagmorgen gegen 4 Uhr beschädigt worden, teilte Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage mit. Der Schaden liege im unteren vierstelligen Bereich. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Da ein politisches Motiv naheliege, habe das Dezernat Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, so Voigt. Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber soll nach Angaben der Stadtverwaltung im Oktober fertig sein und Platz für 220 Flüchtlinge bieten.

 

LVZ

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: Zentrum (Stadt Leipzig)

Rassistischer Angriff

Der Konflikt entspann sich gegen 19 Uhr auf dem Leipziger Innenstadtring. Aus noch ungeklärter Ursache gerieten die Insassen beider Fahrzeuge in Streit. Als die Autos an der Kreuzung zwischen Gerber- und Berliner Straße an einer roten Ampel halten mussten, entstiegen einem Audi fünf Männer. Einer von diesen schlug dem Fahrer des danebenstehenden VW durchs offene Fenster ins Gesicht. Kurz darauf standen sich alle Männer gegenüber und gingen aufeinander los. Dabei erlitt der 20-jährige Fahrer des VW eine Kopfplatzwunde, sein 21-jähriger Beifahrer wurde an der Hand verletzt. Ein 24-Jähriger aus dem anderen Auto erlitt eine blutende Wunde am Arm.

Nach der Schlägerei stiegen die fünf Männer wieder in den Audi und flüchteten. Bis zur Theresienstraße konnte der andere Wagen den Angreifern noch folgen. Danach musste der 20-jährige Fahrer die Verfolgung abbrechen und seine Wunde versorgen lassen.

Noch am Abend fanden Beamte der Polizeidirektion Grimma mit Hilfe des Kennzeichens den 26-jährigen Halter des Audis und drei seiner Freunde (24, 26 und 27 Jahre alt). Diese wurden an einem Imbiss in Bad Lausick aufgegriffen. Das Fahrzeug wies eine große Delle im Kotflügel auf, bei dem 24-Jährigen bemerkten die Polizisten die blutende Wunde. Der fünfte Tatverdächtige blieb nach der Schlägerei in Leipzig.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, seien die fünf Angreifer zuvor nicht durch fremdenfeindliche Übergriffe aufgefallen. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar.

LVZ

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: Leipzig-Grünau (Stadt Leipzig)

Hitlergruß und Sachbeschädigung

Heute kurz vor Mittag erhielt die Mitarbeiterin des Bürgerbüros der LINKEN-Landtagsabgeordneten Cornelia Falken und des LINKEN- Stadtrats Sören Pellmann Besuch von einem bekennenden Nazi. Er stellte Fragen zu dem vor dem Bürgerbüro platzierten Infostand und verabschiedete sich in Wort und Geste mit dem Hitlergruß.

Wenig später kehrte derselbe Nazi zurück, schlug den Infostand mit samt dem darauf liegenden Material zu Boden und rannte davon. Passanten machten die Mitarbeiterin darauf aufmerksam, dass weitere Nazis das Geschehen aus Distanz beobachten.

Der Vorfall wurde bei der Polizei angezeigt und aufgenommen, zurzeit wird weiter ermittelt wegen des Verwendens von verfassungswidrigen Kennzeichen.

Seit geraumer Zeit nehmen Beschädigungen bei LINKEN-Abgeordnetenbüros zu. Dies ist bereits der zweite Angriff auf das Bürgerbüro in Leipzig Grünau in diesem Jahr

Sören Pellmann

Internetpräsenz Die Linke Leipzig

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: Leipzig (Stadt Leipzig)

Identitäre machen auf "Weiße Rose" Teil 2

Leipzig. Muss die rechtsradikale „Identitäre Bewegung“ nach ihrer Aktion in den „Höfen am Brühl“ mit Konsequenzen rechnen? Womöglich nicht. Wie berichtet, hatten Vertreter der Gruppierung am Sonnabend massenweise Papierschnipsel mit Werbung für einschlägige Internetinhalte verteilt. Eine Anzeige lag bis Montag Nachmittag bei der Polizei noch nicht vor. Es sei auch durchaus schwer, aus dem Vorfall einen Straftatbestand herauszufiltern, sagte Uwe Voigt, Sprecher der Polizei Leipzig. Denkbar sei allenfalls ein Verstoß im Bereich der Ordnungswidrigkeiten. Auch der auf den Zetteln verbreitete Hashtag sei für sich nicht strafbar. Das Staatsschutz-Dezernat kennt den Fall, so Voigt. Das Centermanagement der Höfe hatte am Wochenende mitgeteilt, den Vorfall nicht als Lappalie zu behandeln und anzuzeigen. „Die Höfe stehen für ein offenes Miteinander“, so Center-Managerin Andrea Eggers. Anfang Juni hatte der Sächsische Verfassungsschutz mitgeteilt, die „Identitäre Bewegung“ unter Beobachtung zu stellen.

Von bm

LVZ

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