Die folgende Chronik informiert über rechtsmotivierte und rassistische Aktivitäten in Sachsen. Genannt werden nicht nur Übergriffe, sondern auch Propagandadelikte und Veranstaltungen wie Demonstrationen und Konzerte. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Da sich Betroffene oft aus Angst vor weiteren Einschüchterungen weder an die Polizei noch an die Beratungsstellen wenden, gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Nicht gelistet werden Übergriffe, von denen wir zwar Kenntnis erlangt haben, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlicht werden.  Die Vorfälle können nach Landkreisen gefiltert betrachtet werden.

3516 Einträge in der gesamten Chronik

: Sebnitz (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)

Muslimisches Ehepaar vor Supermarkt angegriffen

Auf dem Parkplatz des Penny-Marktes auf der Schillerstraße wurde am Samstagabend kurz nach 20 Uhr ein muslimisches Ehepaar angegriffen. Die alkoholisierten Angreifer*innen nahmen Kopftuch und Gewand der Frau zum Anlass, um sie und ihren Mann mit islamfeindlichen Parolen zu beleidigen. Doch dabei blieb es nicht: Die Täter*innen bedrängten das Paar und schlugen zu. Der Mann erlitt dabei Verletzungen.

Alarmierte Polizist*innen konnten vor Ort drei Personen im Alter von 30, 40 und 43 Jahren feststellen. Schon zuvor sollen sie durch ihr agressives Verhalten im Supermarkt aufgefallen sein. Ob an der Tat noch weitere Personen beteiligt waren, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Quelle: Polizei, Presse

Weiterlesen …

: Leipzig - Volkmarsdorf (Stadt Leipzig)

Bedrohung mit Eisenstangen und Hitlergruß

Während der Party eines linken Ladenprojekts auf der Eisenbahnstraße sammelt sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite vier Männer. Diese sind mit Eisenstangen und Stühlen bewaffnet und bewegen sich mehrfach provozierend in Richtung der Anwesenden. Außerdem äußern sie sich abfällig über nicht-Rechte.
Später fährt ein Mann mit Fahrrad an den Partygästen vorbei, streckt den rechten Arm zum Hitlergruß und skandiert "Sieg Heil".

Quelle: Chronik.LE

Weiterlesen …

: Dresden Innere Altstadt (Stadt Dresden)

Provokationen und Volksverhetzungen rund um PEGIDA

Rund um die PEGIDA-Demonstration auf dem Dresdner Neumarkt kam es zu Provokationen gegenüber Teilnehmer*innen der Gegenkundgebung. In zwei Fällen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft außerdem wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Die erste Volksverhetzung wird im Kontext eines Infostandes der Heidenauer Wellenlänge geprüft. Unter dem Titel "Freiheit für Haverbeck" warben die Veranstalter*innen für die Freilassung von Ursula Haverbeck, die bereits mehrfach wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilt wurde. Zu diesem Zweck legten sie DVD's aus, auf deren Cover ein Mann den Hitlergruß zeigt, sowie Flugblätter mit volksverhetzenden Inhalten. Durch Bürger*innen informierte Polizist*innen sichteten das Material und stellten es sicher.

Im Anschluss an die polizeiliche Maßnahme begaben sich fünf Aktivist*innen und Sympathisant*innen der Heidenauer Wellenlänge, darunter auch Mitglieder der AfD, zu einer Kundgebung gegen PEGIDA. Dort stellten sie sich in die Mitte der Kundgebungsteilnehmer*innen und provozierten diese. Nach Angabe der Polizei kam es zu Rangeleien, als die unerwünschten Gäste mit Transparenten umstellt wurden. Nach Hinweisen des Ordnungsamtes reagierte die Polizei und sprach den Störer*innen Platzverweise aus.

Dies sollte nicht die letzte Störung des Gegenprotestes sein. Aufgrund der räumlichen Nähe zwischen Gegenprotest und der PEGIDA-Demonstration versuchten mehrere Teilnehmer*innen von PEGIDA, die Transparente der Gegenseite mit ausgerollten Deutschlandfahnen zu verdecken.

Auch in einem anderen Kontext fielen Teilnehmer*innen der Aufzugs von PEGIDA an diesem Tag negativ auf. Als Siegfried Däbritz während seiner Rede auf das zu diesem Zeitpunkt im Mittelmeer umherirrende und voll mit Geflüchteten besetzte Schiff Mission Lifeline zu sprechen kam, skandierten Teilnehmer*innen unter Applaus "Absaufen! Absaufen!". Nach mehreren Anzeigen, die aus dem gesamten Bundesgebiet eingingen, prüft nun die Staatsanwaltschaft, ob es sich hierbei um volksverhetzende Aussagen handelt.

Quelle: Polizei, Presse, Augezeug*innenberichte

 

Weiterlesen …

: Dresden Seevorstadt West (Stadt Dresden)

Angriff auf Reisegruppe aus China

Eine 15-köpfige Reisegruppe aus Dresdens chinesicher Partnerstadt Hangzhou reiste für einen Tagesausflug von Prag nach Dresden. Angekommen am Hauptbahnhof wurde ein 15-jähriges Mitglied der Gruppe von einem Mann attackiert und u.a. ins Gesicht geschlagen. Auf Englisch beleidigte der Täter die Reisegruppe aufgrund ihrer Herkunft. Er zerstörte außerdem das Handy des betroffenen 15-Jährigen.

Quelle: Presse

Weiterlesen …

: Grimma (LK Leipzig)

"Deutsche Herrenrasse" im Zug nach Grimma

"Im Anschluss an das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden fährt eine ca. 20-köpfige Gruppe deutscher Fußballfans mit dem Zug von Leipzig in Richtung Grimma. Offensichtlich waren sie vorher gemeinsam beim Public Viewing. Sie tauschen sich über eine vermeintliche deutsche »Herrenrasse« aus und unterstellen Menschen mit Migrationshintergrund Vergewaltiger, Kindermörder, Drogendealer, Terroristen und »Parasiten« zu sein."

Quelle: chronik.LE

Weiterlesen …